Sonntag, 23. September 2012

Von Navarrete nach Najera

Strecke: 17 km  ( 247 m -  266 m) - TOTAL: 169 km
Gegen 8 Uhr verlasse ich Navarrete ohne Frühstück - hat sich als besser erwiesen, man schwitzt nicht so schnell. Der Himmel ist ziemlich grau und sieht eher nach Regen aus. Da hat der Wetterbericht aber was ganz anderes versprochen: Sonne und bis zu 32 Grad. Warm ist es jedenfalls und ich brauche keine Jacke. Der Camino führt auf guten Wegen nahe der Strasse und der Autobahn entlang. Nach anderthalb Stunden erreiche ich Ventosa, ein nettes Dorf mit einer großen Kirche San Saturnino und einer berühmten gleichnamigen Herberge - das Dorf liegt im Nebel und schläft noch. Nach einer kurzen Rast gehe ich weiter. Beinahe hätte ich den falschen Weg erwischt, aber so allmählich hat man ein Gefühl dafür, wenn man falsch geht.

Jetzt geht es durch die für Rioja typischen Weinfelder, einige sind schon gelesen, die meisten sind aber noch am Weinstock. Es sind kleine blaue Trauben, die ganz eng zusammen hängen, so dass man kaum eine einzelne herauslösen kann, ohne die anderen zu zermatschen - sie schmecken sehr süß, die Haut ist aber zäh. Ein kurzer Anstieg bringt mich auf den Alto de San Anton, wo seinerzeit die Templer waren. Kurz darauf komme ich an eine Stelle, wo mich eine Tafel informiert, dass hier vor ca. tausend Jahren der sagenhafte Roldan (= Roland) einen Riesen besiegt haben soll (die Geschichte muss ich mal nachlesen). Von der Anhöhe sieht man schon Najera und mache nochmal Rast. Die Sonne kommt jetzt doch durch und es wird immer wärmer. Der Weg hinunter nach Najera zieht sich dann doch ganz schön in die Länge bis man eine Fluss überquert und im historischen Zentrum Najeras ankommt. Insgesamt waren das recht leichte 18 km.

Gleich rechts neben der Brücke ist die angekündigte Albergue Puerta de Najera, die jetzt um 12 Uhr gerade aufmacht. Ich bekomme ein Bett in einem Viererzimmer in dem sehr gepflegten Haus mit sauberen Toiletten und Duschen, einen Aufenthaltsraum mit Getränkeautomaten, Internet-PCs (1 EUR = 20 Minuten) und Schließfächern - dann folgt das übliche: auspacken, duschen, waschen, WiFi-Key nachfragen und Mail checken. Anschließend ein erster Rundgang durch den Ort, der doch sehr übersichtlich ist. Ich setze mich an die Promenade an dem kleinen Fluss und esse sehr gute Croquetas Casero (Kartoffeln, Kaese und Jamon) und trinke ein kleines Bier von Estrella Galicia. Jetzt läuft das Formel 1 Rennen aus Singapore - in einer Bar verfolge ich das Rennen: Vettel gewinnt vor Button und Alonso - Schumacher und Hamilton scheiden aus.

Später gehe ich zum Kloster Santa Maria Real, das einen prachtvollen Kreuzgang und eine schöne Kirche mit einem tollen Chor in der oberen Etage hat. Nachdem ich das Kloster verlassen habe,  fallen doch tatsächlich ein paar Tropfen Regen - ist aber kaum der Rede Wert. Trotzdem gehe ich zurück in die Albergue, um die Wäsche reinzuholen - hat schon jemand gemacht und sie ist auch schon fast trocken. Die nette Finnin ist auch in der Albergue und ein paar andere bekannte Gesichter.

Spaeter treffe ich John und Pato vor einer Bar - sie schwärmen immer noch vom gestrigen Abendessen. Für heute Abend muss ich noch was finden - das Restaurant in der Nähe des Kloster hat schon ab 19 Uhr ein Pilgermenu und ist gegen halb acht schon voll. Ich gehe dann doch ins Los Paralles und warte dort mit einem Weißwein auf das um 20 Uhr beginnende Menu. Im Fernsehen laeuft das Finale der Pelotarunde. Ich bleibe beim Weißwein und nehme Patatas con Chorizo, das ist eine dicke Kartoffelsuppe mit Wurst und dann Merluza (Seehecht?) in einer Sauce aus Tomaten, Paprika und Zwiebeln. Es ist alles sehr gut und das Weißbrot scheint selbst am Sonntagabend ganz frisch zu sein. Als Desert nehme ich eine griechische(?) Yoghurtcreme - sie ist mit Brombeermus gesüßt und auch ganz hervorragend. Zum Schluss noch der unvermeidliche Cafe solo. Alles zusammen mit Trinkgeld 15 EUR. Mittlerweile läuft der Canal  (Marca) mit dem Fussball: Atletico gewinnt 2:1 gegen Valladolid. Säter heute Abend (21:30) spielt noch Rayo Vallecano gegen Real Madrid. Ich gehe zurück in die Albergue und schreibe noch ein bisschen an meinem Tagebuch.


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Samstag, 22. September 2012

Von Viana über Logroño nach Navarrete

Strecke: 22 km  ( 330 m -  298 m) - TOTAL: 152 km
10 km bis Logroño (Reion La Rioja - la tierra con nombre de vino), dort Einkaufen und weiter bis nach Navarrete. In der Albergue el Cantaro gibt es sogar ein Einzelzimmer. Tolles Abendessen...


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Der Camino Frances in Navarra auf Google Earth



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Freitag, 21. September 2012

Von Los Arcos nach Viana

Strecke: 19 km  ( 386 m -  369 m) - TOTAL: 130 km
Über Sansol, Torres del Rio nach Viana - nicht weiter nach Logroño, da dort ein Weinfest stattfindet und die Herbergen voll sind.

Sidreria Casa Armendariz

In der Kirche hängt ein Plakat mit diesem Text:


Si tu Dios es judío, tu coche es japonés,
tu pizza es italiana, tu gas es argelino,
tu café es brasileño, tus vaciones son marroquíes,
tus cifras son árabes, tus letras son latinas...

¿Cómo te atreves a decir que tu vecino es extranjero?

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Donnerstag, 20. September 2012

Von Estella nach Los Arcos

Strecke: 21 km  ( 461 m -  432 m) - TOTAL: 112 km
Um 7:30 in Estella losgegangen, erst durch die Stadt hinauf nach Ayegui und weiter zum Kloster Iratxe mit dem Weinbrunnen der Bodega Iratxe, wo es Wasser und Wein - und eine Webcam gibt. Vorbei am Hotel Iratxe und dem Campingplatz geht es weiter bergauf nach Azqueta. Hier gibt es die erste Rast - Banane und eiskaltes Cola aus dem Automaten.7 hungrige Katzen warten auf Futter. Dann geht es noch weiter hinauf nach Villamayor de Monjardin, wo ich bei einem kleinen Laden eine weitere Pause mache. Jetzt geht es nur noch bergab auf guten Wegen und bei bestem Wanderwetter. Ein Schaefer mit seinen Schafen und Ziegen kommt entgegen. Wenig später passe ich nicht auf, stolpere und haue mir auch das andere Knie ein bisschen auf. Mit dem ungewohnten Rucksack ist es offenbar gar nicht so einfach solche Stolperer abzufangen - also besser aufpassen! Zwischendurch mache ich nochmal Rast bei ein paar Bäumen, dort liegt Mario aus Porto im Gras und schläft. Als er wach wird begrüssen wir uns und er probiert den Wein, den er in Iratxe abgezapft hat und findet, dass es Vinagre sei. Ich probiere auch und sage ihm, dass der Wein hier in Rioja durchaus so schmeckt.

In Los Arcos steuere ich direkt die Herberge der Österreicher, die Casa Austria an. Das waren heute 21 km ohne allzu große Anstrengung. Die Betten befinden sich in verschieden großen Zimmern, Duschen sind OK und es gibt einen schönen Innenhof zum Hinsetzen, Lesen und Reden. Ein halber Liter junger Rotwein kostet 3 EUR und ist prima. Auch Mario trudelt ein und kommt gegen 16 Uhr auf die Idee, Spaghetti mit Chorizo, Tomaten, Paprika und Zwiebeln zu kochen - für alle, die etwas davon haben wollen. Es sind Norweger, Holländer und eine nette Finnin da, außerdem eine junge Polin, die vor 10 Jahren nach New York ausgewandert ist. Später auf der Plaza trinke ich noch 3 Sangrias und esse einen kleinen russischen Salat - das Pilgermenu lasse ich heute ausfallen. Eine junge Frau aus Offenburg klimpert auf der Gitarre: "Die Gedanken sind frei" und "Nehmt Abschied Brüder".


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Mittwoch, 19. September 2012

Von Cirauqui nach Estella

Strecke: 14 km  ( 277 m -  341 m) - TOTAL: 91 km
Über Lorca nach Estella in die Herberge ANFAS


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Dienstag, 18. September 2012

Von Uterga über Puente la Reina nach Cirauqui

Strecke: 18 km  ( 345 m -  338 m) - TOTAL: 77 km
Über Eunate, Obanos, Puente la Reina und Maneru nach Cirauqui.

Albergue Maralotx


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Montag, 17. September 2012

Von Pamplona nach Uterga

Strecke: 18 km  ( 463 m -  398 m) - TOTAL: 59 km
Pilgerdenkmal auf dem Alto del Perdon
"Donde se cruza el camino del viento con el de las estrellas"
Kurz nach 6 Uhr stehen die ersten auf. Ich lasse mir Zeit und komme dann gegen 7 Uhr zum Frühstück. Es gibt einen guten Kaffee, Toast mit Butter, Marmelade und Käse. Über Cizur Menor, Zaraquiegui auf den Alto del Perdon, dann hinunter nach Uterga und Übernachtung in der Herberge Camino del Perdon. Die Strecke war zwar anstrengend, aber doch nicht so schwer, wie ich es erwartet hatte.

Eine junge Frau aus Alaska getroffen, die über die Hitze klagt. Abendessen mit einem jungen österreichischem Koch aus dem Mühlviertel und einem älteren Schweizer (Linsensuppe, Bacaloa mit Tomate, Yoghurt, Rotwein).




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