Sonntag, 19. Mai 2013

Von Sevilla über Santiponce nach Guillena

Strecke: 26,6 km (↑ 118 m - ↓ 92 m) - TOTAL: 26 km

Am Sonntag Morgen kurz von 7 Uhr verlasse ich die Jugendherberge und nehme mein Frühstückspaket mtr. Es ist angenehm frisch und ich gehe auf den Paseos entlang dem Seitenkanal des Guadalquivir bis ich auf der Puente de San Telmo nach Triana hinübergehe und dort weiter am Fluss entlang bis zur Puente de Isabel II, wo ich dann über die Calle Castilla den Stadtrand von Sevilla erreiche. Nahe dem EXPO-Gelände werden am einem Kreisel zwei Schnellstraßen überquert, dann kommt man auf einen großen Parkplatz von dem eine Brücke über den Guadalquivir führt. Danach geht es gleich rechts hinunter und auf dem Weg am Fluss entlang nach Norden. Zum Glück ist es trocken, denn wie die tiefen Spuren von Traktoren zeigen, kann der Weg bei Nässe extrem schlammig werden und man muss die wenig attraktive Alternative über Gams nehmen, Bei einer alten Finca biegt der Camino nach links ab und unterquert eine Autobahn, dann eine Bahnstrecke und danach eine weitere Autobahn.

Bald sieht man schon das große Monasterio de San Isidoro del Campo am Ortsrand von Santiponce. Jetzt muss man die N-630 unterqueren und am nächsten Kreisel rechts abbiegen und in den Ort hineingehen, wo man nach zweimaligem Rechtsabbiegen das Monasterio erreicht. Vor dem Monasterio wird gerade ein Flohmarkt aufgebaut und ich merke, das dass Kloster erst um 10 Uhr öffnet. So habe ich noch Zeit für ein kleines Frühstück aus meinen Vorräten. Um 10 Uhr kann ich dann das Kloster besichtigen - keine Photos erlaubt! Das Kloster hat eine sehr lange Geschichte, ist schön restauriert und absolut sehenswert. Weiter geht es durch den Ort vorbei an einem römischen Theater und weiter bis ans Ortsende. Hier ist der Eingang zu den Ruinen der alten Römerstadt ItalicaIch kann meinen Rucksack beim Eingang abgeben und mich so erleichtert auf den weitläufigen Rundgang machen. Die berühmten römischen Kaiser Trajan und Hadrian stammten aus Italica und es muss früher durchaus wichtiger als Hispalis gewesen sein, aus dem sich dann später Sevilla entwickelte. Eindrucksvoll sind vor allem die Mosaiken und das riesige Amphitheater. Am Ausgang kann ich an einem Brunnen meine Wasservorräte auffüllen. Weiter geht es an der Straße bis man an zwei Kreiseln erst die N-630 überquert und dann die A-66 unterquert und gleich darauf links in einen Feldweg abbiegt. Jetzt geht es fast 10 km geradeaus durch Wiesen und Felder. Ein Bach muss überquert werden - mit dem momentanen Wasserstand wäre die Furt wohl kein großes Problem, aber ein paar Meter rechts davon liegen Steine, Zweige und Paletten im Bach und man kann dort auch trockenen Fusses hinübergehen. Schließlich geht die Gerade doch zu Ende und man biegt erst nach rechts und kurz darauf nach links ab und dann weiter an einem Bach entlang. Aus den seit einiger Zeit zunehmenden Wolken fallen jetzt kurz vor Guillena auch ein paar Tropfen Regen. Während des ganzen Tages habe ich bisher keinen einzigen Pilger getroffen!

Nach einer kurzen Pause unter den Bäumen geht es weiter in den Ort hinein. In einer Bar trinke ich etwas und gehe dann weiter zur Herberge am Sportplatz. Die Tür ist offen, ich finde in einem Schlafraum eine Engländerin, Jayne, die schon seit gestern hier ist und wegen Krankheit einen Tag länger bleiben musste. Ich lasse mich in einem der anderen Schlafräume nieder und sehe, dass in dem dritten Raum ein weiterer Pilger ist, Roland aus der Normandie. Am schwarzen Brett sind Infos über den Ort, Empfehlungen für ein paar Restaurants und der Hinweis, dass der Hospitalero gegen 18 Uhr kommen wird. Die heutige Etappe war zwar sehr flach, aber mit fast 27 km doch sehr lang und ich bin doch ziemlich müde - ich lege mich aufs Bett. Etwas später kommen dann noch zwei junge Pilger, Thomas und Tina aus Waldshut-Tiengen in Südbaden. Die beiden waren schon auf einigen Pilgerwegen unterwegs, zu Fuß oder auch mit dem Rad.  Dann kommt Christoph herein, er etwa in meinem Alter und ist in der privaten Herberge am Ortseingang abgestiegen und wollte mal schauen, ob es in der städtischen Herberge nicht doch noch ein paar andere Pilger gibt. Wir verabreden uns alle zum Abendessen. Ich nehme dann eine Dusche - funktioniert alles prima. Dann taucht auch der Hospitalereo auf und wir bezahlen unseren Obolus von 10 EUR und bekommen einen Stempel ins Credencial. Er erklärt noch mal, wo man Essen gehen kann und wie wir morgen früh die Türe schließen und den Schlüssel in den Briefkasten werfen sollen. Dann kommt Christoph vorbei und wir gehen hinauf in die Stadt in eine Bar, wo es ein Pilgermenu gibt. Jayne wolle nicht mitkommen, da es ihr immer noch nicht richtig gut geht - sie will allerdings morgen weiter pilgern und fragt, ob sie sich uns anschließen kann. In der Bar treffen wir auch Roland, den wir an unseren Tisch einladen. Das Pilgermenu ist ganz akzeptabel und der Rotwein ist gut. Die Kommunikation ist etwas schwierig: spanisch ist bei allen ziemlich dürftig, außer mir und Roland spricht keiner französisch und Roland spricht weder deutsch noch englisch.Daher muss ich dauernd übersetzen. Wir verabreden uns für morgen früh um 8 Uhr und wollen gemeinsam losgehen. 

Samstag, 18. Mai 2013

Sevilla

Ein sonniger Tag in Sevilla.
Visita Sevilla

Hier sind ein paar Photos aus Sevilla: Google+

Freitag, 17. Mai 2013

Von Jerez de la Frontera nach Sevilla

Morgens mache ich einen ausgiebigen Spaziergang durch Jerez - zum Alcazar, zur Kathedrale an etlichen Sherrykellereien vorbei. Nach einem kleinen Frühstück in einem Cafe gehe ich zurück ins Hotel. Nach dem Auschecken gehe ich zum Bahnhof. Ich habe noch Zeit und esse den Rest meines Proviants und trinke im Bahnhof noch einen Kaffee. Hier sind ein paar Photos aus Jerez: Google+

Mit RENFE geht es nach Sevilla und ich kaufen ein entsprechendes Ticket am Automaten für EUR 10,70. Ich muss nicht bis Santa Justa, dem Hauptbahnhof, fahren, sondern kann schon in San Bernardo im Süden Sevillas aussteigen. Es fängt an zu nieseln und ich habe doch Probleme, mich zu orientieren. Schliesslich lande ich bei der Tabacalera, also viel zu nahe an der Innenstadt. Ein Farbiger, der dort Busrundfahrten verkauft, hilft mir und erklärt mir, wie ich mit dem städtischen Bus zur Jugendherberge komme. Auf dem Weg zur Haltestelle fängt es dann richtig an zu schütten. Nachdem ich mit dem Bus zu weit gefahren bin, muss ich wieder etwas zurück laufen. Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen und ich finde die Jugendherberge Albergue Inturjoven, Calle Isaac Peral 2 (Reina Mercedes), Sevilla. Normalerweise muss man entweder einen Jugendherbergsausweis haben oder hier erwerben. Andernfalls bezahlt man einen Aufschlag auf den Preis. Aber als Pilger mit Credencial ist man davon nicht betroffen - ich bekommen meinen ersten Stempel. Die Herberge ist ziemlich groß und im Zimmer ist ein normales Bett und ein Stockbett für zwei und ein eigenes Badezimmer mit Dusche - für 25 EUR pro Nacht inklusive Frühstück ist das nicht schlecht. Im Rezeptionsbereich gibt es kostenloses Internet per Wifi.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Flug nach Jerez de la Frontera

Um 13:00 Uhr holt mich Reinhard ab und bringt mich zum Flughafen - Terminal 2. Schnell ist mein Rucksack bei TUIfly eingecheckt - Er hat angeblich nur 8,6 kg. Ich laufe noch ein bisschen am Flughafen herum bis Zeit zum Boarden ist. Pünktlich startet der recht gut besetzte Flieger. Es gibt sogar ein richtiges Essen an Bord und das Wetter wird während des Fluges immer besser. Sehr pünktlich landen wir in Jerez und auch das Gepäck ist schnell da. So gelingt es mir, einen der nur 3 Züge zu erwischen, die vom Flughafen nach Jerez fahren - kostet nur 1.70 EUR. Ich glaube, ich bin der einzige Fahrgast. Nach etwa einer Viertelstunde erreichen wir den Bahnhof von Jerez, der mit schönen Kachelbildern dekoriert ist. In knapp 20 Minuten komme ich zu meinem kleinen Hotel - Hotel Al Andalus, Calle Arcos 29, Jerez de la Frontera - ist richtig schön andalusisch. Später mach ich noch einen kleinen Rundgang durch Jerez (Turismo Jerez) - obwohl ich schon öfters da war, kommt es mir ziemlich fremd vor. In der Nähe des Hotels kaufe ich noch etwas zu Trinken in einer Tienda und gehe auf mein Zimmer, wo ich meinen Proviant zum Abendessen verzehre.